La Violoncella
Das Leben von Musikerinnen vor 200 Jahren war alles andere als einfach. Das Spielen bestimmter Instrumente galt für Frauen als unschicklich und wurde häufig gesellschaftlich missbilligt. Besonders Cellistinnen waren selbst im 19. Jahrhundert noch eine Seltenheit.
In den Gesprächskonzerten „La Violoncella“ erzählen wir gemeinsam mit dem Pianisten Claus-Christian Schuster die faszinierende Geschichte früher Cellistinnen – Pionierinnen ihrer Zeit. Mit Mut und Entschlossenheit stellten sie sich den „moralisch“ getarnten Vorurteilen und Widerständen, reisten quer durch Europa und etablierten sich als Virtuosinnen auf öffentlichen Bühnen.
Die Programme umfassen selten gehörte Werke der Celloliteratur: Stücke aus dem Repertoire dieser reisenden Musikerinnen sowie Kompositionen von Frauen, die ebenfalls für die Anerkennung von weiblichen Tonkünstlerinnen kämpften. Einige dieser Werke wurden sogar den Cellistinnen gewidmet und zeigen, wie stark sie die Musikwelt geprägt haben.
La Violoncella I
Im ersten Programm unserer Konzertreihe widmen wir uns drei außergewöhnlichen Cellistinnen des 19. Jahrhunderts: Lisa Christiani (1827–1853), Róza Szuk (1830–1887) und Anna Kull (1818–1889). Diese bemerkenswerten Künstlerinnen waren wahre Pionierinnen und trugen wesentlich dazu bei, das Cello als Instrument für Frauen gesellschaftlich zu etablieren. Ihre mutigen Karrieren prägen die Musikgeschichte bis heute.
Das Programm vereint Werke von Fanny Hensel, Felix Mendelssohn, Robert Emil Bockmühl, Auguste Franchomme, Jacques Offenbach, Leopold Szuk, Alexandre Batta, Luise Adolpha Le Beau und Marie Wieck.
Mit diesem Konzert nehmen wir Sie mit auf eine Reise in die Klangwelt des 19. Jahrhunderts und feiern die künstlerischen Errungenschaften dieser Pionierinnen der Celloliteratur.
La Violoncella II
ist eine Hommage an die außergewöhnliche britische Künstlerin May Mukle (1880–1963).
Als Pionierin ihrer Zeit überwand Mukle gesellschaftliche Vorurteile und etablierte sich erfolgreich als Cellistin in einer Zeit, in der Frauen in der Musikwelt oft übersehen wurden.
Ihre beeindruckende Karriere als Solistin und Kammermusikerin sowie ihr Engagement für die Förderung britischer Musikerinnen und Komponistinnen des 20. Jahrhunderts hinterließen nachhaltige Spuren. Dank May Mukle wurde das Cellorepertoire um zahlreiche ihr gewidmete Werke erweitert.
Das Programm vereint selten gespielte Kompositionen von Rebecca Clarke, Imogen Holst, Margot Wright, Ralph Vaughan Williams und Howard Ferguson sowie May Mukles eigene Werke. Sie soll nicht nur das musikalische Vermächtnis dieser inspirierenden Künstlerin ehren, sondern auch die reichen Facetten britischer Musiktradition beleuchten.
Aus diesem Programm ist eine CD-Aufnahme entstanden: Music from the British Isles ist im Sommer 2025 erschienen.
La Violoncella III
Im dritten Teil unserer Reihe „La Violoncella“ widmen wir uns der ungarischen Cellistin Vera Dénes (1915–1970) – einer herausragenden Musikerin, die trotz Krieg und politischer Umbrüche eine bedeutende künstlerische Stimme blieb. Im Schatten des Zweiten Weltkriegs und des Kommunismus gelang es Dénes, zahlreiche Werke ungarischer Komponisten aufzuführen und dieses selten gehörte Repertoire auch international bekannt zu machen. Ihr Wirken steht in der Tradition der ungarischen Celloschule, die im 19. Jahrhundert von David Popper begründet wurde. Das Konzert stellt diese Entwicklung in den Mittelpunkt und zeichnet ein Jahrhundert ungarischer Musikgeschichte nach, in dem sich die ungarische Klangsprache eindrucksvoll entwickelt.
David Popper (1843-1913): aus der Suite für Violoncello und Klavier in A-Dur op. 69 (1897)
I. Allegro giojoso
Franz Liszt (1811-1886): La Lugubre gondola (1882/1885)
Leó Weiner (1885-1960): Románc op.14 (1921)
Zoltán Kodály (1882-1967): Sonate für Violoncello und Klavier op. 4 (1909/1910)
Béla Bartók (1881-1945): Rhapsodie Nr. 1 BB 94c (1928)